Gott persönlich begreifen in Lobpreis und Anbetung

// Gastbeitrag zum Thema Anbetung, Intimität & Leidenschaft von Daniel-John Riedl

LOBPREISKULTUR
Lobpreis und Anbetung sind fester Bestandteil der christlichen Gemeindekultur. Unabhängig von geistlicher Ausrichtung, musikalischem Stil oder Professionalität geht es immer darum, Gott mit unseren Liedern zu ehren, ihm zu danken und sich danach auszustrecken ihm zu begegnen. Jedenfalls ist dies oft die Essenz der Texte die wir gemeinsam in unseren Gemeinden singen. Die Wichtigkeit, sich immer wieder von neuem bewusst zu machen was wir da eigentlich von uns geben, ist keine wirklich neue Erkenntnis und doch glaube ich, dass gerade dieser Punkt in der aktuellen Lobpreiskultur von sehr hoher Bedeutung ist.

KLEINES COVERPROGRAMM
Ich selbst bin seit meiner frühen Jugend in einer Düsseldorfer Gemeinde im Lobpreisdienst involviert. Jahrelang spielte ich im Musikteam unserer Gemeinde ohne eine wirkliche Ahnung davon zu haben was es bedeutet, wenn Gott uns in der Anbetung in seine Gegenwart einlädt und was es in uns bewirken kann wenn wir seinem Ruf folgen. Ich entschied mich nach einigen Jahren aus dem Musikdienst in der Gemeinde auszusteigen. Ich empfand in dieser Zeit während der Lobpreis- und Anbetungszeiten nicht mehr und nicht weniger Gefühlsregung als beim Spielen meines Cover Programms in kleinen Cafes. Nein, ich denke nicht das es falsch ist, seine Gaben für Gott und in der Gemeinde einzusetzen, obwohl man nicht bei jedem gespielten Ton oder gesungenen Satz den Eindruck hat Gott selbst wäre anwesend.
Aber ist es nicht merkwürdig wenn wir Lieder und Gebete zu demjenigen singen der uns über alle Maßen liebt, uns so annimmt wie wir sind, sein Leben für uns geopfert hat, ja das Universum erschaffen hat…. und dabei nicht mehr empfinden als beim Klassiker Angels von Robbie Williams?
Ganz im Ernst: Unsere Lobpreis- und Anbetungszeiten sollten nicht zum Coverprogramm verkommen.

HÖRE ZU
Gott möchte dir ganz persönlich in der Anbetung begegnen.
Manchmal komme ich nach Hause von einem langen Tag und schalte auf Autopilot. Das bedeutet ich tue nur die Dinge bei denen ich mir insgeheim sicher bin, dass sie mich nicht besonders anstrengen werden, mich keiner unerwarteten Herausforderung aussetzen und durchaus auch ihre Richtigkeit haben. Ich habe in diesen Momenten nicht den Anspruch eines Erkenntnisgewinns oder ähnlichem.
Mich erinnert das stark an einige unserer Anbetungszeiten. Es gibt viele gute Guides und Strategien welche es uns erleichtern sollen eine ansprechende, zeitgemäße und kurzweilige Anbetungszeit zu gestalten. Ich möchte an dieser Stelle klarstellen, dass ich modernen, musikalisch guten und dynamischen Lobpreis sehr genieße, aber ich kann mich nicht erinnern wann Gott mir einmal gesagt hätte “Daniel,… könntest du heute bitte etwas stärker rocken? …weil momentan sind da ziemlich viele Leute die es gern ‘n bissel härter haben…. also vielleicht kannst du da Rücksicht drauf nehmen, sonst erreiche ich die heute nicht.” Hallo?
Ich bin fest davon überzeugt, dass Gott uns mit der Fähigkeit ausgestattet hat seine Stimme zu hören. Wenn wir in der Lage sind Gottes Stimme zu hören, dann wissen wir auch wo es im Lobpreis hingehen soll.

KOMM INS ABENTEUERLAND
Gott lädt dich ein an seiner Hand aufs Wasser zu gehen.
Lobpreis & Anbetung – das zeigen die vielen verschiedenen Ansätze im Umgang damit – ist ein wahres Abenteuerland, in dem du, wenn du dich traust so vieles unendlich schönes entdecken und überwältigendes erleben kannst wie ich es mir kaum woanders vorstellen kann. Versuch dir das einmal bildlich vorzustellen, völlig unabhängig davon ob du selbst Lobpreisleiter bist oder einfach Besucher in einer Worship Veranstaltung. Gott selbst nimmt dich mit auf eine Reise in seine Gegenwart. Dort geht es manchmal turbulent, machmal ganz ruhig und leise, hier herausfordernd und dort kraftspendend zu…
In jedem Fall gibt es nichts spannenderes als sich von Gott an den Ort führen zu lassen, den er für dich vorbereitet hat. Trau dich und nimm die Einladung an.

UND LASS DICH FÜHREN UND FORMEN
Gott hat den Plan bevor du ihn siehst.
Ein Klumpen Ton weiß mit sich selbst nicht gerade viel anzufangen, oder? Solange er nicht von einem fähigen und visionären Künstler in die Hand genommen und geformt wird, wird er niemandem auffallen, geschweige denn jemandem Nutzen stiften. Der Unterschied zwischen uns und einem Klumpen Ton liegt im Wesentlichen darin, dass wir einen freien Willen haben; uns „zur Ruhe“ zu setzen und darauf zu warten, dass Gott etwas durch uns tut, oder uns mit voller Hingabe jeden Tag neu danach auszustrecken etwas von ihm zu hören und uns im nächsten Schritt leiten zu lassen.
Sich von Gott formen und führen zu lassen setzt Vertrauen voraus. Vertrauen basiert auf Liebe. Liebe lebt durch Leidenschaft. Wie willst du Leidenschaft für etwas entwickeln was du nicht real begreifts oder erlebst?

Gott freut sich über die Lieder die wir ihm zur Ehre singen aber sein eigentlicher Wunsch sind Herzen die sich aus Leidenschaft nach ihm verzehren, Hände die sich ihm entgegnstrecken um sich von ihm ziehen zu lassen. Wohin? … NÄHER AN SEIN HERZ!

Daniel-John Riedl

Daniel-John Riedl


Zur Person:
Daniel-John Riedl, Jahrgang `84, ist Lobpreisleiter in einer Düsseldorfer Gemeinde. Regelmäßig initiiert er sogenannte liveworship-Abende.
Als Sänger und Songwriter hat er kürzlich sein erstes Album mit dem Titel BLANK SHEET OF PAPER fertiggestellt. Weitere Infos: Daniel-John Riedl Website, ReverbNation Profil

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2 Responses to “Gott persönlich begreifen in Lobpreis und Anbetung”

  1. Kenneth Says:

    Hey,

    sehr spannende und anregende Gedanken, die du da mit uns teilst.
    Ich denken, dass es sehr wichtig ist, dass wir uns öfter klarmachen, was Lobpreis und Anbetung für uns, aber auch was Lobpreis und Anbetung für Gott ist, damit es nicht zu einer Covershow wird, in der wir nur unsere gewohnten Abläufe abspulen und im Grunde keine Authentizität mehr vorhanden ist.

  2. Chris Says:

    Toller Artikel!! Regt an!

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